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Friedrich Justus Perels - ein Platz in Friedenau benannt nach einem Widerstandskämpfer

 


Gedenktafel für Friedrich Justus Perels am Eingang der Friedrich-Bergius-Schule

Ein Beitrag von Eva Liebchen

Foto: Gedenktafel für Friedrich Justus Perels am Eingang der Friedrich-Bergius-Schule

Eine Gedenktafel am ersten Friedenauer Gymnasium – heute Friedrich-Bergius-Oberschule – erinnert an den ehemaligen Schüler: "Friedrich Justus Perels, geb. 13.11.1910, Jurist, von 1922 – 1929 Schüler des 1. Friedenauer Gymnasiums, Mitglied der Bekennenden Kirche. Er half vielen Juden, Verfolgten und Angehörigen von KZ-Gefangenen. Am 13.4.1945 wurde er von der SS erschossen." Der ehemalige Maybachplatz wurde 1961 nach Friedrich Justus Perels benannt.

Als Sohn des Historikers und Privatdozenten der Berliner Universität Ernst Perels (geb. 1882) wuchs er in der Stubenrauchstr. 3 auf. Sein Vater, seit 1923 Professor, beschäftigte sich überwiegend mit kirchengeschichtlichen Themen; der Sohn studierte Jura in einer Zeit, in der das Schreckensregime begann, in dem die Rechtsschranken systematisch vernichtet wurden, so dass er bald in die Auseinandersetzung mit dem NS-Regime geriet. Das Studium führte ihn bewusst nach Heidelberg zu Gustav Radbruch, dem großen sozialdemokratischen Strafrechtler, sowie anderen republikanischen Professoren, die es anderswo so zahlreich nicht mehr gab, so dass sich Perels noch ein liberales Rechtsdenken aneignen konnte.

Gerade 23 Jahre alt, machte Perels aus theologischen und rechtlichen Gründen sogleich Front gegen die Kirchenpolitik der nationalsozialistischen Diktatur. Inzwischen Justiziar der Bekennenden Kirche, wendet er sich energisch gegen die Männer der Reichsleitung der Deutschen Christen, deren theologische Ausführungen für seine Vorstellungen von einer Kirche Jesu Christi untragbar sind. So richtet sich sein Eintreten für die Bekennende Kirche bald nicht nur gegen die Diktatur sondern auch gegen starke kirchliche Kräfte, die eine von der Diktatur gewünschte „Gleichschaltung“ anstreben, entgegen dem Gedanken der Weimarer Verfassung, der Trennung von Staat und Kirche. Berühmte Mitstreiter um die Organisationsfreiheit der Evangelischen Kirche sind Dietrich Bonhoeffer und Martin Niemöller, dessen Bekanntschaft er schon als Schüler im Schülerbibelkreis machte, als Niemöller Vorsitzender des Berliner Landesverbandes der Schülerbibelkreise war. Perels vertrat nicht nur Niemöller und Pfarrer der Bekennenden Kirche und des Pfarrernotbundes sondern viele bedrängte und in Not geratene Menschen, oft gemeinsam mit Dietrich Bonhoeffer, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Er beriet und unterstützte auch die Angehörigen der in „Schutzhaft“ genommenen politisch Verfolgten.