| Spannender Elias |
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Glanzvolle Aufführung des Konzertchores Friedenau unter der Leitung von Rolf Ahrens, zusammen mit dem Shalom Chor Berlin (Einstudierung Regina Yantian) und dem Akademischen Orchester Halle (Einstudierung Matthias Erben) am 8. November 2009 im Konzertsaal der Universität der Künste, Hardenbergstraße Grafik: Wikipedia Commons Der Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy zählt neben Bachs Passionen, Händels Messias und Haydns Schöpfung zu den großen Oratorien. Für Chorsänger und Instrumentalisten, die Musik nicht als ihren Beruf ausüben, stellt der Elias eine enorme Herausforderung dar, nicht nur wegen der teilweise sehr raschen Tempi und überraschenden Tempiwechsel sondern auch wegen der Länge. Das Werk dauert ohne die Pause mehr als zwei Stunden, ist aber dennoch für den Zuhörer spannend und keineswegs ermüdend, jedenfalls nicht bei diesem Konzert. Rolf Ahrens hat das dynamische Profil und die dramatische Handlung dieses anspruchsvollen Oratoriums scharf herausgearbeitet. Der Chor artikulierte bemerkenswert deutlich, sodass man auch ohne das lästige Mitlesen gut folgen konnte. Der Prophet Elias bekämpfte in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts v.Chr. den Dienst des Gottes Baal und trat für die Alleinverehrung des alten Volksgottes Jahwe ein. Man übertrug auf ihn Legendenmotive (etwa das der ihn speisenden Raben, die Auferweckung eines toten Kindes, oder den Wettstreit mit den Baalspriestern bei der Bitte um ein Zeichen aus dem Himmel), erzählte von seiner Entrückung im Feuerwagen und erwartete seine Wiederkehr als Vorläufer des Messias. Elias spielt auch im Koran als Prophet eine Rolle. Felix Mendelssohn Bartholdy, der aus einer zum Christentum konvertierten jüdischen Familie stammte, hat seinem Oratorium im wesentlichen den Text aus dem ersten Buch der Könige des alten Testaments in der Übersetzung Martin Luthers zugrunde gelegt. Der Chor fand trotz anfänglicher Intonationsschwäche bald zu vollem Wohlklang insbesondere in den großen Chorsätzen, deren Volumen dem relativ stark besetzten Orchester durchaus angemessen war. Das Quartett der Gesangssolisten mit Christina Kaiser (Sopran), Waltraud Heinrich (Alt), Frank Safranski (Tenor) und Johannes Schwärsky (Bass) sowie auch das solistisch besetzte Doppelquartett mit Sabine Born-Warmuth und Christina Müller (Sopran), Verena Traub-Walcher und Estrelita Alvares-Spandöck (Alt), Georges Reichrath und David Wesseler (Tenor), Patrick Fretzdorff und Thomas Feindt (Bass) beeindruckten als jeweils hervorragend aufeinander abgestimmte, homogene Ensembles, so z.B. bei dem Oktett „denn er hat seinen Engeln befohlen“, bei dem Terzett „hebe deine Augen auf“ und dem Quartett „wohlan, alle, die ihr durstig“ seid. Das Akademische Orchester Halle musizierte sichtbar und hörbar mit großer Begeisterung und erwies sich als ebenbürtiger Partner für Chor und Solisten. Sehr einfühlsam begleitete das Solo-Cello den Bass-Solisten bei der Arie „es ist genug“. Den Zuhörer schaudert es bei der Schilderung des Massenmordes an den Propheten Baals. Religiöser Fundamentalismus hat besonders auch im Heiligen Land eine unheilige, lange Tradition, deren schlimme Folgen leider bis heute nachwirken. Umso erfreulicher, dass der Erlös dieses Konzerts einem Projekt der Völkerverständigung im Nahen Osten zugute kommt: In der „Oase des Friedens“ Neve Shalom / Wahat al Salam westlich von Jerusalem leben arabische und jüdische Familien friedlich miteinander; das Dorf ist eine Begegnungs- und Bildungsstätte, ein nachahmenswertes Beispiel für ähnliche Versuche in der Region. Jürgen Knapp
Das Konzert wurde vom Nachbarschaftsheim Schöneberg veranstaltet.
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