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Wie aus Helmut Neustädter Helmut Newton wurde

Ein Beitrag von Eva Liebchen

 

Das Grab von Helmut Newton auf dem Künstlerfriedhof Friedenau

 

Das Grab von Helmut Newton auf dem Künstlerfriedhof Friedenau, Foto: Eva Liebchen

Helmut Newton wurde 1920 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Fabrikantenfamilie, die in Schöneberg in der Innsbrucker Str. 24 wohnte als Helmut Neustädter geboren.

Er besuchte das Werner-von-Treitschke-Gymnasium, das er aber vorzeitig mangels guter Leistungen verlassen musste. Schon damals war er mehr dem Fotografieren und den Mädchen zugetan. Mit zwölf Jahren erwarb er seinen ersten Fotoapparat und suchte Motive in der Berliner U-Bahn. Er begann 1936 eine Fotografenlehre bei einer berühmten Berliner Modefotografin, die aber 1938 als Jüdin wegen Berufsverbots durch die Nazis ihr Atelier schließen musste.

Auch Neustädter, nunNewton, verließ Deutschland in Richtung Singapur, wo er aber eine Stelle als Bildreporter schon nach zwei Wochen wegen Unfähigkeit verlor. Sein Lebensweg führte ihn über Australien, Paris, Los Angeles nach Monaco, seinem ständigen Wohnsitz. Bis in die 60er Jahre lebte er nach fünfjährigem Militärdienst in Australien von der Hand in den Mund, von Gelegenheitsarbeiten und von Auftragsfotografie für Babywäsche bis Hochzeiten. Er wurde dann aber Mitarbeiter der französischen Zeitschrift „Vogue“, wo er 25 Jahre lang seine bedeutendsten Modefotografien publizierte. Es folgten Arbeiten für weitere internationale Zeitschriften wie Elle, Marie Claire, Paris Match und den Playboy. Er war zu einem berühmten und gefragten Fotografen avanciert, der den (nackten) menschlichen Körper in den unterschiedlichsten Situationen zu seinem Hauptmotiv machte. Seine Fotos von nackten oder halbnackten Frauen in herausfordernden Posen brachten jedoch auch viele Betrachter – besonders Frauen - gegen ihn auf.