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Die Juli-Buchempfehlung der Buchhandlung Thaer: Josh Bazell "Schneller als der Tod" PDF Drucken E-Mail

 

Buchhandlung Thaer
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Fax: 030/852 33 35
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Das Cover des Romans Schneller als der Tod von Josh Bazell

 

Josh Bazell

„Schneller als der Tod“

ISBN 9783100039125

Übersetzer: Malte Krutzsch

Fischer Verlag

301 Seiten

18,95 Euro

 

Der Autor ist ein junger Amerikaner, der Literatur und Medizin studiert und gerade an seinem zweiten Roman arbeitet. Er graduierte an der Brown University mit einem Bachelor of Arts in Englischer Literatur, momentan studiert er Medizin an der University of California. Angeblich schrieb er das Buch während seiner Arbeit in Krankenhäusern. Dass das nicht unbedingt ein gutes Licht auf die Krankenhäuser wirft, wird durch seinen Roman dann offensichtlich.
 
Peter Brown, der in einem früheren Leben Pietro Brnwa hieß, arbeitet in einem New Yorker Hospital als Assistenzarzt. Der Klinikalltag ist dermaßen hektisch, aufreibend und vollkommen irre, dass er – und offensichtlich die Mehrzahl seiner Kollegen – das nicht ohne diverse Drogen, Aufputschmittel und beängstigenden Medikamentencocktails aushält.

Munter wirft er alles Mögliche ein und behandelt, operiert und verarztet in einem zwar irgendwie hellwachen, dennoch desaströsen Zustand Patienten. Wirklich einfache Fälle scheint es selten zu geben, es herrscht absolutes Chaos: zu wenige Ärzte, zu wenige Pfleger und Krankenschwestern, Zuständigkeitswirrwarr und Kompetenzgerangel wo man nur hinschaut. Und vor allem muss alles in einem wahnwitzigen Tempo durchgeführt werden. Zeitdruck ist der Feind Nummer 1. Zumindest denkt Peter das, bis er in einem schwerkranken Krebspatienten einen alten Mafiakumpanen wieder erkennt oder schlimmer: dieser erkennt Peter wieder und spricht ihn mit seinem früheren Mafianamen „Bärentatze“ an. Wenn er, Peter Brown, nicht dafür sorgt, dass die OP des Mannes, der sich eigentlich schon im Endstadium befindet, gut ausgeht, dann wird er ihn „auffliegen“ lassen.

Eine schier auswegslose Situation, die Peter Brown aber zu Hochtouren auflaufen lässt. Es ist ihm klar, dass seine Tage im Krankenhaus gezählt sind, aber irgendwie muss er nicht nur den alten Mann aus egoistischen Gründen retten, sondern auch noch schnell ein paar andere todkranke Patienten, er muss sich vor der in Gang gesetzten Mafiahorde schützen, aber auch weiterhin den Chefs und Kollegen etwas vorspielen.

Die ganze Handlung überschlägt sich fast, gewinnt ein irres Tempo, so dass man sich als Leser fast selbst schon wie auf Speed fühlt.  Wie gut, dass Rückblenden auf sein früheres Leben zwischen geschaltet werden, sonst hielte man es fast nicht aus. In diesen Blicken zurück auf sein früheres Leben als Pietro Brnwa entfaltet sich eine spannende Lebensgeschichte, in der erzählt wird, wie er als Waisenkind von seinen geliebten Großeltern aufgezogen wurde. Nach der Ermordung der Großeltern schwört er Rache, nichts als Rache. Wie und warum er deshalb in die Fänge der Mafia geriet, wer seine Großeltern wirklich waren, wie eine tolle Jungenfreundschaft endet, all das und noch viel mehr, muss man einfach selbst lesen.

Doch so viel kann ich verraten: der Autor wartet mit einigen wirklich überraschenden Wendungen auf – und auch eine sehr berührende Liebesgeschichte wird in die Handlung eingeflochten. Die Spannung bleibt erhalten und steigt noch bis zum Showdown. Diesmal bin ich sogar ausnahmsweise mal mit dem Ende des Romans vollkommen zufrieden, was nicht all zu oft vorkommt. Eigentlich unglaublich, dass das ein Debütroman ist, aber wer weiß, wie viel Bazell schon für die Schublade geschrieben hat… Jedenfalls schreibt er so routiniert und gekonnt, dass es sich gar nicht nach „Anfänger“ anfühlt.

Schnelle Schnitte, ein guter Spannungsbogen, perfekt getimtes Abwechseln zwischen temporeicher Handlung und Momenten, die berühren und betroffen machen. Sehr viel Witz, Ironie und einen gehörigen Schuss Zynismus – all das mischt sich mit viel schwarzem Humor und blutigen Szenen zu einer ungewöhnlichen Melange.

Spannend, lustig und dennoch alles andere als flach oder oberflächlich - eine eindeutige Leseempfehlung!

Ihre Elvira Hanemann

 

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