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Leseprobe II: Friedenau erzählt, Band 2

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Gegen die Verschandelung des Friedrich-Wilhelm-Platzes
Ein Cartoon aus dem Schöneberg-Friedenauer Lokal-Anzeiger aus den 1920er Jahren

Das Projekt der Straßenbahn ist bereits vom Magistrat Berlin über die Köpfe unseres Bezirksamtes hinweg genehmigt Ein Cartoon aus dem Schöneberg-Friedenauer Lokal-Anzeiger aus den 1920er Jahrenworden. Um hiergegen allerschärfsten Protest zu erheben, hatten einige berufene Männer Friedenaus gestern die Einwohnerschaft zur Teilnahme an einer Versammlung im Gemeindehaus angefordert. Trotz der verhältnismäßig ungünstigen Stunde (½6 Uhr) hatten sich sehr viele Friedenauer eingefunden, ein erfreuliches Zeichen für die Heimatliebe unserer Einwohner.

Prof. v. Wrochem wurde zum Versammlungsleiter gewählt. Er begrüßte alle Anwesenden, dankte für das zahlreiche Erscheinen und übertrug das Referat Herrn Brücker. Der Referent wies darauf hin, daß Friedenau vor 50 Jahren noch kahles Land gewesen sei. Nur in der heutigen Rheinstraße hätten Eichen gestanden. Später sei auch die Kaiserallee unter Herrn Carstenn mit Bäumen bepflanzt worden und allmählich hätten alle Straßen Baumschmuck erhalten. Man könne es den ersten Kolonisten nicht genug danken, daß sie auf diese Weise für die Verschönerung Friedenaus gesorgt hätten und die Freude hieran habe sich auch auf die Nachkommen vererbt. Gerade Friedenau übe wegen seiner hübschen Anlagen und wegen seines Baumschmuckes große Anziehungskraft aus. Trotzdem seien die Grünflächen unseres Ortsteiles nicht zahlreich.

Durch das Projekt der Straßenbahn, die Gleise auf einen erhöhten Bahnkörper zu verlegen, würde der Platz um rund 400 Quadratmeter geschmälert werden. Außerdem würde durch die beabsichtigte Neuordnung die Einheitlichkeit gestört, der schöne Schmuckplatz verhunzt werden. Aus diesen Gründen habe das Bezirksamt und die Tiefbaudeputation bereits im vorigen Jahre einen Antrag der Straßenbahn abgelehnt, und auch der jetzige erneute Antrag habe keine Billigung gefunden. Schöneberg-Friedenauer Lokal-Anzeiger Juni 1926
 

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