Friedenau-Panorama mit dem Friedenau-Netzwerk-Logo

Günther und Joy Weisenborn

Beitragsseiten

 

 

Bereits 1946 schreibt Günther Weisenborn das Drama „Die Illegalen“ über die deutsche Widerstandsbewegung, das an zahlreichen Bühnen im In- und Ausland gespielt wird. Er gründetgemeinsam mit anderen das Hebbeltheater und wird bis 1947 Mitherausgeber der satirischen Zeitschrift Ulenspiegel. In den folgendenJahren schreibt er zahlreiche Stücke,alles zur Aufarbeitung der deutschen Widerstandsbewegung unter dem Naziregime. Das Haus Niedstraße 25Gegen den Chefankläger der „Roten Kapelle“*, den Oberkriegsgerichtsrat Manfred Roeder, strengte er 1947 gemeinsam mit Adolf Grimme und Greta Kuckhoff einen Prozess an, dessen Verfahren von der Staatsanwaltschaft Lüneburg bis 1960 verschleppt und dann eingestellt wurde. Im August 1964 kehrt er nach umfangreichen Arbeiten im In- und Ausland endgültig nach Berlin zurück, wohnt in der Friedenauer Niedstraße 25, wo er am 26. März 1969 stirbt.  Seine Frau Joy geht ins Tessin, wo sie 2004 stirbt. Sie gibt nach langem Zögern eine Sammlung von berührenden Briefen, Texten und Kassibern aus der gemeinsamen Haftzeit unter dem Titel „Wenn wir endlich frei sind“ heraus. Ihnen beiden zur Erinnerung wurde zum 70. Jahrestag der Bücherverbrennung, am 10.05.2003, im Rahmen einer Gedenkveranstaltung an dem Haus Niedstraße 25 eine Gedenktafel für Joy und Günter Weisenborn in Anwesenheit ihres Sohnes angebracht.

*„Rote Kapelle“ nannte sich eine Gestapo-Sonderkommission zur Verfolgung angeblich oder tatsächlich unter russischer Führung bestehender Widerstandsgruppen: ein Orchester (Kapelle) mit vielen „Pianisten“, wie man Morsefunker nannte. Die politische Aufarbeitung des Begriffs „Rote Kapelle“, von vielen fälschlich für den Namen einer Widerstandsgruppe gehalten, erfolgte erst in den 90er-Jahren.

 

Zurück zu Berühmte Friedenauer

Zurück zu Über Friedenau